15 Ja und Nein


15 Ja und Nein

Artikel-Nr.: a0004-15
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Heinrich Andreas Kellner Lieder

Die kleine Myris – Ja und Nein oder die Grazie des Widerspruchs
(Jens Immanuel Baggesen, 1764-1826)
 
Ich bin nicht hübsch, ich bin nicht schön:
Das heißt, ich bin nicht hässlich eben;
Denn wär’ ich dies, ich muss gestehn,
Dann möcht’ ich lieber gar nicht leben.
Doch ja, was das betrifft, allein
Auf einer Insel könnt’ ich seyn.

Ich liebe so die Einsamkeit;
Das heißt, ich mag wohl Menschen sehen
Allein nicht eben jederzeit;
Und Männer – lass ich alle gehen.
Doch auch, was das betrifft, ach nein!
Bey meinem Vater möcht’ ich seyn.

Die Liebe hass’ ich; nämlich so:
Ich mag im Grunde nichts als lieben;
Doch ruhig, munter, frey und froh
Bin ich noch stets dabey geblieben.
Obgleich, was das betrifft, mein Herz.
Ist mehr für Wehmuth als für Scherz.

Die Freundschaft ist mein höchstes Gut;
Ich kenn’ und fühle nichts darüber,
Als Liebe; nämlich, ohne Glut,
Und ohne das geringste Fieber.
Was das betrifft, ist Freundschaft nur
Der Liebe kältere Natur.
 
Ich hasse nichts als Widerspruch –
Das heißt, ich widerspreche gerne;
Allein der mindeste Geruch
Von Widerspruch darin sey ferne!
Was das betrifft, da glaub ich nicht,
Dass dieses Lied sich widerspricht.
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